Montag, 14. Juli 2008

Berg und Talfahrt


Kaum scheint es einen positiven Trend zu geben, kommt schon der naechste Rueckschlag. Es ist ein ewiges auf und ab in den Beziehungen zwischen Nord- und Suedkorea bzw. Suedkorea und Japan.

So duerfte wohl sogar in Europa die Runde gemacht haben, dass vor 2 Tagen eine suedkoreanische Touristin von einem nordkoreanischen Soldaten erschossen wurde, als sie wohl die Sicherheitsabschrankungen waehrend ihres fruehmorgendlichen (4.30 am) Spazierganges missachtet hat. Genaueres ist noch nicht klar, da sich die nordkoreanische Seite wieder mal straeubt klare Angaben zu machen und sich nicht dazu bereit erklaert den Fall mit Hilfe von suedkoreanischen Spezialisten aufzuklaeren. Die Reisen ins Resort auf nordkoreanischem Boden sind momentan eingestellt, wobei der Norden ein grosses Interesse an der Wiederaufnahme haben duerfte, da es doch reichlich harte Devisen ins Land spuehlt.

Auch die Beziehung zwischen Japan und Suedkorea ist wieder mal frostig. Sowohl Fukuda als auch Lee haben zwar Anfangs Jahr noch gross angekuendigt, dass historische Dispute (Dokdo; Comfort Women, Yasukuni Shrine Besuche) in den Hintergrund ruecken sollen und man sich auf die Verbesserung der bilateralen Beziehungen konzentriert, aber jetzt wird wieder um die kleine Felseninsel Dokdo gestritten und die hiesigen Patrioten drehen durch, weil in japanischen Lehrbuechern wieder behauptet werden soll, dass es sich um japanisches Territorium handelt.

Fuer Lee duerfte das Dokdo-Issue evtl. sogar gerade zur rechten Zeit kommen, evtl. kann er mit solchen Statements (see below) ein paar Sympathien zurueckgewinnen und andere Hot-Issues (v.a. Beef) verlieren zumindest voruebergehend an Brisanz.

"It is deeply regrettable and disappointing that Tokyo has once again laid claim to Dokdo, which is part of South Korea's territory, historically, geographically and under international laws,'' Lee said. ``I will deal sternly with any attempts to ignore Korea's sovereignty over Dokdo.'


Im April 2008 sagte Lee noch: “Historical truth must not be ignored, but we can no longer afford to give up future relations due to disputes over the past” Und man durfte sich Hoffnungen machen, dass die FTA-Verhandlungen zwischen den beiden Laendern wieder aufgenommen werden. Und jetzt gehts wohl wieder den Berg hinab. Schade, schade, denn fuer das eine Mal haetten die koreanischen Bauern mal was positives von einem FTA.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sehr guter Blog-Eintrag!
Es ist schade, dass das Thema von beiden Seiten so populistisch angegangen wird. Ausserdem hat es Lee Myung-Bak nicht verdient, dass der Druck auf ihn nachlässt...
Meine Meinung. :-)