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Dienstag, 12. Februar 2008

Feuerteufel in Seoul geschnappt - Namdaemun Markt (남대문 시장)

Die Koreanische Polizei konnte den Brandstifter, der das Suedtor Seouls in Schutt und Asche vewandelte, gestern fassen. Der Taeter ist ein 70 jaehriger Rentner, der den Polizeibehoerden in Korea schon bestens bekannt ist, da der wohl geistig verwirrte Herr bereits im April 2006 einen Brandanschlag auf einen Palast in Seoul (Changgyeon Palace: damals 4 Mio KRW Schaden) ausuebte. Damit nehmen jetzt hoffentlich auch die Spekulationen ein Ende, welche zum Teil in eine sehr abstruse und politisch aeusserst bedenkliche Richtung gingen. (Al Kaida Anschlag; Japanische Nationalisten; Politische Gegner des neu gewaehlten Koreanischen Praesidenten)

Es war ein trauriges Bild, als wir heute nach einem kurzen Gang durch den Namdaemun Markt die verkohlten Reste des Gates zu Gesicht bekamen. Der Wiederaufbau vom Namdaemun Gate duerfte laut Zeitungsmeldungen gute 2-3 Jahre dauern.



Ansonsten war der Besuch des Marktes wiedermal eine gute Abwechslung zu den vielen Shopping-Center und anderen pickfeinen Konsumtempeln in der Stadt.
Verkehrsanbindung: Hoehyeon Station Exit 5










Montag, 11. Februar 2008

Namdaemun (남대문) Tor nur noch Schutt und Asche



Gestern noch habe ich mich mit einer Kollegin ueber Namdaemun (das suedliche Stadttor Seouls) unterhalten und wir vereinbarten uns fuer ein Treffen kommenden Dienstag beim Tor und dem grossen Markt, der ganz in der Naehe zu finden ist. Auch meinem baldigem Familienbesuch wollte ich den Kulturschatz Nr.1 Koreas zeigen, welcher 1398 gebaut wurde und einfach ein 'must-see' fuer jeden Seoul Besucher ist...Eben dieses Tor stand diese Nacht in Flammen und ist jetzt nur noch ein Haufen von Schutt und Asche. Seoul und die ganze Nation ist geschockt...








Leider ist in den Online Ausgaben der englisch-sprachigen Zeitungen noch wenig ueber die Katastrophe zu lesen. Es gibt zwar Hinweise, dass es sich um Brandstiftung handeln koennte, aber natuerlich kann auch ein Kurzschluss die Feuerbrunst ausgeloest haben.

Ein Blogger hat in seinem Fotoalbum ein paar schockierende Bilder reingestellt, die eindruecklich zeigen, wie die Feuerwehr den Kampf gegen die Flammen aufnimmt. Auf dieser Koreanischen Seite gibts ein Video, dass den Einsturz des Gebauedes zeigt...

Tja und jetzt much ich mich langsam an die Uni aufmachen....werde da wohl auch nicht der Einzige sein, den diese News schockiert haben....


Sonntag, 3. Februar 2008

Tell me Tell me... 원더걸스 Wondergirls

Und wenn ich gleich bei den Videos bin. Das Lied 'Tell me, Tell me' von der fuenf-koepfigen Girlband Wondergirls (원더걸스) war sicherlich DER koreanische Musikhit des Jahres 2007. Die Teenager-Gruppe (die juengste mit Jahrgang 92) hat mit ihrem Song wohl voll den Nerv der Zeit in Korea getroffen. Den ganzen Herbst/Winter hindurch hoerte man den Song in den Kaufhaeusern, Coffeeshops und im Radio. Auffaellig ist auch der Tanzstil, den die jungen Maedels im Video zum Besten geben. Er ist zum eigentlichen Kulttanz geworden und wird in koreanischen Clubs manchmal von der ganzen Huette getanzt.

Nun, nach all den Monaten...trifft der Song bei mir nicht mehr den Nerv..sondern geht mir und vielen anderen langsam auf die Nerven. Aber urteilt selbst...

Donnerstag, 24. Januar 2008

Milk-Ajummas - Milchproduktvertrieb mal anders

In Korea kriegt man eigentlich fast alle 'westlichen' Nahrungsmittel, solange man bereit ist einen oftmals ueberrissenen Preis zu bezahlen, beispielsweise kriegt man bei Lotte ein deutsches Muesli fuer 12'000 KRW (mehr als 13 CHF...). Auch Milchprodukte sind oefters hochpreisig, selbst einheimische Milch und Yoghurts sind nicht selten teurer als in der Schweiz oder Deutschland. Die Auswahl der Milchprodukte ist im Vergleich zu Europea eher bescheiden, aber man findet das Essentielle (Yoghurts, Milch, eine kleine Auswahl von Kaese, Milchdrinks)

Fuer mich als Milchprodukt-Junkie stehen gerade Yoghurts und Milchdrinks hoch im Kurs. Besonders begeistert habe ich darum auf die "Milk-Ajumma" reagiert, auf die ich ich waehrend meines Praktikums vor 2 Jahren das erste Mal aufmerkam geworden bin. Meine Wortschoepfung "Milk-Ajumma" trifft auf die in schickem gelb gekleideten Damen hin, die in Koreas Wohnsiedlungen mit ihrem Milch-Waegelchen verkehren.


Sie stossen - oftmals elektrisch unterstuetzt - ihre Waegelchen durch die Gegend und versuchen ihre Produkte in der Gegend abzusetzen. Sie verkaufen allerlei Milchprodukte wie Yoghurts und Milchdrinks. Jede Milk-Ajumma scheint ihr zugeiltes Gebiet zu haben (erinnert mich irgendwie an die Aussendienstler ion der Versicherungsbranche :)] und verkauft ihr Ware vor allem auch in Schulgebieten. Auf jedenfall eine gute Sache die Milk-Ajummas.

Nadal-Tsonga beginnt..muss ans Radio :) cya

Donnerstag, 3. Januar 2008

"Es guets neus" - Ein gutes Neues - 찜질방 Jjimjilbang Koreanische Sauna/Badelandschaft

Wuensche Allen "back home" und jenen, die sich sonst noch auf meine Website verirren einen guten Start ins neue Jahr und alles Gute in 2008.

Silvester habe ich abwechslungsreich mit gutem Essen, Karaoke, Feuerwerk in Incheon und einer Uebernachtung in einem Jjimjilbang (찜질방) verbracht. Gestartet sind wir in Bupyeong einem Vorort von Incheon, der einem riesigen Entertainment Komplex gleicht, wo sich die Jugend und die Junggebliebenen der Region treffen. Bars, Coffeeshops, Restaurants und Karaoke reihen sich endlos aneinander. Wir haben uns in einem schicken Steakhouse was gegoennt und haben dann noch einen Abstecher in ein Noraebang (kor. fuer Karaoke) gemacht. Mit unserem Gekraechze haben wir die boesen Geister fuer das Jahr 2008 sicher komplett vertrieben....Werde spaeter mal noch einen Blog-Eintrag zum Noraebang Erlebnis in Korea schreiben. Man kann es mit Karaoke in der Schweiz/Europa kaum vergleichen...

Danach ging es zum Silvesterevent in Incheon, welcher vor dem Arts Center stattfand. Es war wieder bitterkalt und alle versuchten einen Platz an einen der wenigen 'Waermesaeulen' zu finden. Dick eingehuellt und mit heisser Schokolade ausgestattet, verfolgen ein paar Hundert Seelen die diversen Tanz- und Singvorfuerhungen. Ein Paar Leute der lokalen Exekutive haben mit Sprechchoeren die Leute schon mal auf die Asian Games 2014 in Incheon eingestimmt, ein bisschen frueh wuerd ich mal sagen...aber nun gut. Danach wurde das ca. 15 minuetige Feuerwerk gezuendet und eine Unmenge von Papierschnitzeln in die Luft gewirbelt. So begruessten die 'Incheoner' und ein kleiner, blonder Schweizer das 2008.



Kurz spaeter bin ich dann von der Kaelte gefluechtet und hab mich zum Munhak Sports Complex aufgemacht. In diesem Mehrzweckstadion in Incheon (wo uebrigens Gruppenspiele waehrend der Fussball WM 2002 stattfanden) ist auch ein sogenanntes Jjimjillbang/Koreanische Sauna eingemietet. Es war meine zweite Uebernachtung in einem Jjimjiilbang. Ja genau, die Koreanische Sauna wird von vielen auch als Uebernachtungsgelegenheit genuetzt.



Wie geht es in einem Jjimjilbang so zu und her? Zuerst bekommt man in der Regel einen Schluessel, um seine Schuhe und die Kleider in einem Schliessfach zu verstauen. Danach erhaelt man die schicke 'Saunakleidung', die aus ziemlich weiten Hosen und T-Shirt besteht. Hat man diese Huerde genommen und die Eintrittsgebuehr von 7 - 10'000 KRW bezahlt, macht man sich zum Badebereich auf. Bevor man jedoch die diversen Baeder mit unterschiedlicher Wassertemperatur geniessen kann, ist eine Dusche Pflicht und zwar im Adam bzw. Evakoestum. Jawohl, in einem Jjimjillbang wird nackt gebadet/geduscht. Aber muss hier schon mal die Traeume aller FKK-Voyeuren zu nichte machen...die Baeder sind nach Weiblein/Maennlein getrennt. Schliesslich sind wir hier in Korea ...

Nun, nachdem man sich im Sprudelbad einbisschen ausgeruht hat und/oder den kritischen Blicke der Koreaner entfliehen will, macht man sich zum Saunabereich auf. In vielen Jjimjiilbangs (okay ich war erst in 2....) gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Saunaraeumen mit unterschiedlicher Temperatur und Aromen. Diese Bereiche sind in der Regel nicht nach Geschlechtern getrennt und es gilt daher auch Kleidungspflicht.

Eingehend habe ich Jjimjillbang als guenstige Schlafgelegenheit angepriesen, was so auch stimmt, aber wohl nicht allen als idealen Schlafplatz empfinden, denn das Schlafen in einem Jjiimjillbang hat so seine Eigenheiten. Geschlafen wird in der Regel auf dem warmen, hiesig traditionellenm Ondol-Boden. Wenn man Glueck hat, kann man sich eine der begehrten duennen Matten sichern und so ein bisschen komfortabler auf dem Boden liegen. Auch so was wie "Kissen" sind vorhanden, obwohl die meiner Ansicht nach steinhart sind und ich jedem, der ein Jjimjillbang zwecks Uebernachtung besucht, das Mitnehmen eines weichen Kissens waermstens empfehle.

Das Munhak Sports Complex Jjimjillbang ist riesig und bietet verschiedene Schlafraeume an. Die ersten paar Stunden versuchte ich noch mich im getrennten Schlafraum in die Welt der Traeume zu wiegen, was aber auf Grund des Laerms (trotz geschlossener Tuer) wirklich nicht moeglich war. Der TV (allgegenwaertig in Koreanischen Saunas) war bis 3 AM auf hoechster Lautstaerke an und die koreanischen Kinder haben bis in die Morgenstunden ihre ueberfluessige Energie vorzugsweise mit Schreien und sich-gegenseitig-an-auf-die-Birne-hauen verbraucht (gut bin ich kein Englischlehrer hier...). Hab mich dann in den grossen Schlafbereich gerettet und dann neben schaetzungsweise 200 Koreaner/innen endlich ein paar Stunden Schlaf gefunden. Leider konnte ich kein Bild von der schlafenden Menge machen, aber es sah koestlich aus, wie alle gemischt mit rosa (Weiblein) und blauer (Maennlein) Kleidung auf dem Boden lagen und vor sich hin doesten, schnarchten, schliefen...

Ein Jjimjillbang wird von Koreanern aber selten nur als Bade- und Saunaspass oder guenstige Uebernachtung genutzt. In den groesseren Jjimjiilbangs sind oft auch Restaurants, PC-Bangs, Massagesalons, DVD-Raeume etc integriert. Viele Familien verbringen mit Kind und Kegel den ganzen Tag/Nacht im Jjimjiilbang, machen Picknick, lassen die Kinder mal an der langen Leine und relaxen den ganzen Tag.

Jedem der mal fuer ein paar Tage in Korea ist, empfehle ich wirklich einen Jjimjillbang Besuch. Das Ganze war mir Anfang auch einbisschen fremd und ich fuehlte mich zu Beginn ziemlich fehlt am Platz, aber mit der Zeit faengt man an, das Jjiimjillbang wirklich als erholenden Erlebnis zu geniessen.


-Fuer ein paar gute Bilder eines ziemlich luxurioesen Jjimjillbangs: http://mystuff.tistory.com/41 (englisch)
- Bericht von Tour2Korea ueber ein Besuch in einem luxurioesen Jjimjilbang (englisch)


- Oder eine kurze koreanische Documentary auf YouTube

Samstag, 22. September 2007

Chuseok - Thanksgiving Holiday

Gemeinsam mit ca. 46 Millionen anderen, werde ich mich diese Woche aufmachen und quer durch Korea reisen. Ich folge einer Einladung eines guten koreanischen Freundes, der mich zu seiner Familienfeier in Busan eingeladen hat. Die Koreaner feiern nämlich von Montag bis Mittwoch das traditionelle Chuseok Fest, eine Art koreanischen Thanksgiving. Ich hatte schon mal vor 2 Jahren die Gelegenheit an einer traditionellen Chuseok Zeremonie teilzunehmen und bin somit einigermassen vorbereitet, auf das, was mich erwartet: Viel viel Essen und noch mehr Trinken. In der Regel kommen beim Chuseok Fest alle Familienmitglieder zusammen und man trifft sich beim Familienoberhaupt, um dort gemeinsam den Vorfahren zu gedenken.


Meine Reise in den Süden nach Busan trete ich Montag morgen mit dem Hochgeschwindigkeitszug KTX an, der mich in ca. 3 Stunden nach Busan bringen wird. Obwohl mich auch die Familie von HY eingeladen hat, habe ich mich entschieden nach Busan zu gehen, da diese Gelegenheit wohl nicht so schnell wieder kommen wird. Bei HY hat dies natürlich wieder ein mittleres Erdbeben ausgelöst und ihre Familie wird wohl eingeschnappt sein, aber ich muss und will hier unabhängiger werden und sollte meinen kleinen Freundeskreis in Korea pflegen und nicht nur auf HY fixiert sein.

Die Profs haben uns reichlich mit Lesestoff ausgestattet und uns mit einem Augenzwinkern "nice holiday" gewünscht...Wenn ich nicht gerade einen 2 Tages Hangover habe, dann bleibt mir hoffentlich noch Zeit, die eine oder andere Seite zu lesen.

Vor meiner Reise nach Busan werde ich mich Sonntag Abend vorraussichtlich noch mit einem Bekannten aus dem Koreanischsprachkurs (Zürich) treffen. Ich freue mich, wiedermal ein paar Worte in Schweizerdeutsch zu wechseln und den einen oder anderen Soju zu Galbi und Kimchi zu kippen.

Bis denne